Appassionata - Saison 2026-27
Mit Appassionata geht die Geschichte weiter. Intensiver, leidenschaftlicher und lebendiger denn je. Seien Sie dabei, um sie gemeinsam mit uns zu erleben.
Giada Marsadri, Künstlerische Leiterin
Entdecken Sie die neue Saison von Noda WKB
Editorial Giada Marsadri — Künstlerische Leiterin
Nach der Gründungssaison unter dem Motto Ouverture — die Öffnung eines Ortes, frischer Wind und Fantasie — ist weit mehr als nur ein Programm entstanden: eine Gemeinschaft. Sie alle sind zahlreich erschienen, mit Begeisterung und Neugier.
Die Saison 2026–27 wird von diesem Schwung getragen und gewinnt noch an Intensität. Ihr Titel: Appassionata. Ein Wort, das zugleich die Vorstellung von innerem Feuer und Zerbrechlichkeit vermittelt. Es erinnert natürlich an die berühmte Sonate von Beethoven, eines der ergreifendsten Werke aus seiner Feder. Über diese Anspielung hinaus vereint es Leidenschaft und Härten, Überschwang und Qual. In einem Konzertsaal, in dem Emotionen im Zentrum stehen, spricht die Musik die Seele an, jenseits von Sprachen, Wurzeln und Grenzen. Sie verbindet. Sie vereint.
Drei grosse Leitthemen ziehen sich durch diese Saison. Das erste stellt Künstlerinnen verschiedener Generationen in den Mittelpunkt — Persönlichkeiten, die Erfahrung und Kühnheit, Tradition und Erneuerung verkörpern und durch die Repertoires und die Zeit miteinander in Dialog treten. Das Klavier nimmt in dieser Konstellation einen zentralen Platz ein. Yulianna Avdeeva, Preisträgerin des Chopin-Wettbewerbs, spielt im Konzert zur Saisoneröffnung gemeinsam mit dem Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI — einem der grossen Sinfonieorchester Italiens — unter Leitung von Michele Mariotti, der sein Chefdirigent wird und zugleich seine Tätigkeit an der Oper von Rom fortsetzt.
In einem Rezital wird die junge Alexandra Dovgan, die strahlend eine neue Generation verkörpert, eine andere, aber gleichfalls wesentliche Leidenschaft zum Klingen bringen. Auf dem Gipfel des pianistischen Kosmos erweist uns Martha Argerich die grosse Ehre, als Artiste Signature der Saison präsent zu sein. Die legendäre Pianistin, eine absolute und universelle Musikerin, ist das lebendige Gedächtnis ihrer Zeit und verströmt zugleich eine unbändige Energie, womit sie ein natürliches Echo zwischen den Generationen entstehen lässt. Neben ihnen wird Nikolai Lugansky mit dem Luzerner Sinfonieorchester unter Leitung von Michael Sanderling dieses Spektrum von Pianisten bereichern. Vier Herangehensweisen an das Klavier — ein lebendiger, pulsierender Dialog, der Werke und Epochen verbindet. Die weibliche Präsenz kommt durch weitere grosse Stimmen der internationalen Musikwelt zum Ausdruck, unter ihnen die Violinistin Patricia Kopatchinskaja mit der Camerata Bern, die Geigerin Vilde Frang, die Cellistin Julia Hagen und die Sopranistin Julie Fuchs.
2027, im Gedenkjahr anlässlich seines 200. Todestages, bildet Beethoven den zweiten grossen Schwerpunkt der Saison. Diese herausragende Persönlichkeit der Musikgeschichte, die die Sprache der Sinfonik und Kammermusik tiefgreifend verändert hat, wird die Spielzeit wie ein roter Faden durchziehen. Einige Konzerte sind ausschliesslich ihm gewidmet, doch seine Musik wird auch in mehreren anderen Programmen erklingen, von der Sinfonie bis zur Ouvertüre und der intimen Form der Sonate. Das Belcea Quartet erkundet das kammermusikalische Universum Beethovens. Der Auftritt dieses Ensembles, eines der renommiertesten der internationalen Musikszene, markiert einen besonderen Moment: die erste Einladung an ein Streichquartett in der Geschichte von Noda WKB. Renaud Capuçon und der Pianist Mao Fujita widmen sich in drei Konzerten, die über das Jahr 2027 verteilt sind, einem Zyklus mit den Sonaten für Klavier und Violine. Das Orchestre de la Suisse Romande beschliesst dann unter Leitung von Daniele Gatti die sinfonische Saison — mit Vilde Frang als Solistin im Violinkonzert von Schumann und Beethovens Siebter Sinfonie als glanzvollem Höhepunkt. Der gleiche Entdeckergeist prägt auch andere Veranstaltungen der Saison, die das grosse Sinfonie- und Konzertrepertoire erkunden. Das Bruckner Orchester Linz tritt mit Markus Poschner am Pult und der Cellosolistin Julia Hagen auf. Unter der Leitung von Andrés Orozco-Estrada spielt das Orchestre de Paris mit Gautier Capuçon die Schweizer Erstaufführung von Max Richters Cellokonzert und trägt so zu einer kontinuierlichen Präsenz dieses Instruments bei Noda WKB bei. Wir haben ausserdem die Ehre, an der Seite von Martha Argerich die Cellisten-Legende Mischa Maisky zu begrüssen.
Der letzte rote Faden ist die Stimme, die sich in drei grossen Konzerten vollständig entfalten kann. Das Amsterdam Baroque Orchestra & Choir wird mit Ton Koopman die Barocktradition in all ihrer Vitalität und Leidenschaft erstrahlen lassen. Das Freiburger Barockorchester vereint unter der Leitung von Pablo Heras-Casado das Collegium Vocale Gent und die Sopranistin Julie Fuchs in einem leuchtenden Dialog zwischen Orchester und Stimme. Zum Abschluss bieten L’Orchestre et le Chœur des Musiciens du Louvre, dirigiert von Marc Minkowski, ein grosses spirituelles Fresko, dessen Herzstück das Requiem von Mozart bildet. Drei Konzerte, drei Universen, dieselbe Intensität — die Stimme zeigt sich dabei auf ihrem höchstem Ausdrucksniveau. Da Leidenschaft zugleich zu Entdeckungen und Begegnungen führt, öffnet sich die Saison auch anderen musikalischen Territorien und knüpft dabei enge Verbindungen zu den Kulturinstitutionen in Sion. Sinfonischer Jazz wird den hervorragenden Trompeter Erik Truffaz in einen Dialog mit dem Sedunum String Orchestra bringen. Das Projekt Tzusamen vereint das Sirba Octet und die Schola de Sion in einem originellen Programm, das geistliche Musik mit armenischer, jiddischer sowie von den Roma und Sinti inspirierter Folklore verbindet. Jungen Schweizer Musikern wird ausserdem beim Finale des Nationalen Musikwettbewerbs für Blas- und Schlaginstrumente CNEM eine Bühne geboten. In Zusammenarbeit mit Les Riches Heures de Valère widmet das Ensemble Le Concert Spirituel unter der Leitung von Hervé Niquet dem Komponisten Georg Friedrich Händel eine grosse Barock-Soirée. Zu dem Konzert des Ensemble Noda versammeln sich schliesslich Professoren der HEMU — Valais–Wallis
mit ihren Studentinnen und Studenten rund um Xavier Phillips, um das Cello in all seinen Facetten zu erkunden. Auf dem Programm steht auch die Uraufführung eines Werkes des Berner Komponisten und Cellisten Thomas Demenga. Noda WKB bekräftigt damit seinen Anspruch, ein Ort der Exzellenz, aber auch der Vermittlung, der Zusammenarbeit und des Wagemuts zu sein.
Nach dem überwältigenden Erfolg in der ersten Saison setzen wir die Vermittlungsaktivitäten von Noda+ mit viel Elan fort, um die Zugänge zur Musik kontinuierlich zu erweitern. Viele Brücken ermöglichen ein gemeinsames Erkunden, Erleben und Verstehen. In dieser Saison öffnet sich Noda+ auch neuen musikalischen Horizonten, vor allem mit den Jazz-Donnerstagen bei Noda WKB, die das Publikum dazu einladen, gemeinsam und mit Neugier andere Klangfarben zu entdecken.
Mit Appassionata geht die Geschichte weiter. Intensiver, leidenschaftlicher und lebendiger denn je. Seien Sie dabei, um sie gemeinsam mit uns zu erleben.
Giada Marsadri
Künstlerische Leiterin
Editorial Philippe Varone — Stadtpräsident von Sion
Wir haben es mit Spannung erwartet: Hier ist das Programm der nächsten Kultursaison von Noda WKB. Von der Künstlerischen Leiterin Giada Marsadri zusammengestellt, unterstreicht es die Ambitionen der Institution, dem Publikum ein kreatives, vielfältiges und vor allem hochwertiges musikalisches Angebot zu präsentieren.
In dieser zweiten Saison stehen nicht weniger als 19 Konzerte auf dem Plan. Noda WKB stellt renommierte Orchester vor, etwa das Orchestre de Paris oder das Luzerner Sinfonieorchester, hochkarätige Dirigenten und Interpreten — um nur die legendäre Martha Argerich zu nennen —, ausserdem originelle Konzepte und eine einfallsreiche Programmgestaltung, die viel Raum für Entdeckungen und Emotionen bieten. Das Versprechen: Jedes Konzert wird zu einem Fest, einem einmaligen, zeitlosen Moment, in dem alle gemeinsam Musik erleben können.
In knapp einem Jahr hat sich unser Konzert- und Kongresssaal in der kulturellen Landschaft der Romandie und der Schweiz fest etabliert. Livestreams (über RTS Espace 2) sowie Übertragungen des Eröffnungskonzerts des OSR, des Konzerts der Filarmonica della Scala oder des Konzerts des Mahler Chamber Orchestra haben einem breiten Publikum die Möglichkeit gegeben, dieses aussergewöhnliche Juwel zu entdecken. Akustik und Ausstattung des Saales haben die Fachwelt beeindruckt. Sion kann sich inzwischen als eine der Schweizer Stationen auf den Tourneen europäischer Orchester behaupten.
Ein Saal, so gelungen er auch sein mag, ist nichts ohne ein neugieriges Publikum und engagierte Kulturpartner. Noda WKB arbeitet erfolgreich mit regional tief verankerten Musikinstitutionen zusammen: Sion Festival, das nun einen Heimathafen für sein anspruchsvolles Programm gefunden hat, ausserdem Les Riches Heures de Valère mit seinem Barockprogramm, die Schola, der Pôle Musique und nicht zuletzt die HEMU — Hochschule für Musik, die regelmässig Musikmatineen bietet.
Ein grossartiges Angebot an kultureller Vermittlung ergänzt das Programm und lädt alle dazu ein, die Türen der Institution aufzustossen. Chordirigenten aus der gesamten Region beleben die Mittagspause mit Singen nach dem Motto «Keine Angst vor falschen Tönen!» auf der grossen Bühne — eine Einladung, die man nicht ausschlagen kann.
Aus Freude am gemeinsamen Musikgenuss wünschen wir Noda WKB ein langes Leben.
Philippe Varone
Stadtpräsident von Sion
Martha Argerich - Artiste Signature
Sie ist eine absolute und universelle Musikerin, eine legendäre Magierin am Klavier — Martha Argerich erweist Noda WKB die grosse Ehre, in der Saison 2026–27 als seine Artiste Signature aufzutreten.